Evangelische Kirchengemeinde Wattenscheid

"Seht, wir machen uns auf den Weg*" - Auszeit im Alltag 2021

Und Jesus sprach zu seinen Jüngerinnen und Jüngern:

         „Seht, wir  machen  uns   auf  den  Weg.“ (Lukas 18,31)

                                                                                                 AusZeit im Alltag 2021


 

 

Liebe Leute,

nach einem Jahr der Einschränkungen wird uns in dieser Zeit noch immer viel abverlangt. Vielen fällt es schwer, stets von neuem die Geduld aufzubringen, ohne eine klare Perspektive zu erkennen. Längst ist uns klargeworden: Die Corona-Pandemie ist keine kurze Durststrecke, sondern verlangt von uns eine Ausdauer wie bei einem Marathon.

 

Die Zeit zwischen Aschermittwoch und Ostern ist seit jeher für Christinnen und Christen eine Gelegenheit, um auf gesammelte Erfahrungen zurückzublicken, Gewohnheiten zu durchbrechen und Neues auszuprobieren. Es ist eine Zeit, um innezuhalten und Kraft zu schöpfen. Dabei ist der Blick gerichtet auf den Weg Jesu von Galiläa nach Jerusalem.

 

Wir laden Sie ein zu einer besonderen Weggemeinschaft in dieser außergewöhnlichen Zeit – mitten im Alltag und in allen Verpflichtungen, die Sie bei der Arbeit und zuhause fordern. Mit denen, die sich beteiligen, möchten wir die nächsten sieben Wochen bis Ostern bewusst gestalten.

 

Wir werden uns miteinander verabreden: 1. zum täglichen Gebet miteinander und füreinander

– jede und jeder am eigenen Ort, verbunden im Wissen umeinander, 2. zur Beschäftigung mit biblischen Texten und 3. zu Gesprächen der geistlichen Begleitung.

Mit sehr konkreten Schritten werden Sie das sogenannte Herzensgebet, ein Gebet in der Stille, kennenlernen und täglich für ca. 20 Minuten praktizieren. Ausdrücklich betonen wir dabei, dass Sie dafür über keine Vorerfahrungen verfügen müssen! Bei der Anmeldung zu dieser AusZeit im Alltag schicken wir Ihnen eine kleine Einführung in diese Gebetspraxis zu und stehen Ihnen bei Fragen telefonisch oder per Email gerne zur Seite.

 

Ebenso schicken wir Ihnen Impulse für eine Beschäftigung mit biblischen Texten zu. Sie selbst entscheiden, wann Sie sich Zeit für diese Lektüre nehmen. Sie bekommen in dieser Zeit auch die Möglichkeit, sich mit einem anderen Teilnehmer oder einer anderen Teilnehmerin der AusZeit in einem Telefongespräch oder bei einem Spaziergang über Ihre Beobachtungen und Gedanken zu diesem Bibeltext auszutauschen.

 

Schließlich laden wir Sie ein zu einem Gespräch der geistlichen Begleitung. In diesem Gespräch, für das wir uns am Telefon ca. 30 Minuten Zeit nehmen, können Ihre eigenen Erfahrungen in diesen Tagen, die Impulse aus der Schriftbetrachtung und ein Austausch über das eigene Lebensgespräch mit Gott Thema sein. Das entscheiden allein Sie. Den Termin für das Gespräch werden wir telefonisch verabreden.

 

Wenn Sie Interesse an der Teilnahme an dieser AusZeit in Alltag bekommen haben, aber jetzt noch Fragen offengeblieben sind, scheuen Sie sich bitte nicht, uns einfach anzurufen: Ralf Tietmeyer 0177.5478847 / Uwe Gerstenkorn 02327.303253.

 

Bitte melden Sie sich formlos (aber mit Angabe von Name, Alter, Adresse) bis zum 16. Februar 2021 per Mail an: uwe.gerstenkorn@gmx.de.

 

Am Aschermittwoch, 17. Februar 2021, beginnen wir dann gemeinsam mit einem Treffen und kleinen liturgischen Auftakt per Zoom. Alle dafür nötigen Informationen bekommen Sie nach der Anmeldung zugeschickt.

 

Wir wünschen Ihnen von Herzen Bewahrung und Gesundheit und grüßen Sie herzlich Ihre

Ralf Tietmeyer                                                                       Uwe Gerstenkorn

 

 

PS: Im vergangenen Jahr haben sich 19 Frauen und Männer miteinander auf den Weg gemacht – ein Erfahrungsbericht aus der Kirchenzeitung „Unsere Kirche“:

 

Eine heilsame Auszeit

Pfarrer Gerstenkorn mit Laptop

Für alle Teilneh- menden wird regelmäßig persönliche geistliche Begleitung angeboten. so wie hier durch Pfarrer Dr. Uwe Gerstenkorn wenden sich auch die anderen Geistlichen per Telefon oder Online an jeweils einen Teilnehmer, um Fragen zu klären oder über Bibeltexte zu diskutieren. FOTOS: PRIVAT . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

Ein Gebetshocker oder Meditations- schemel, der jeweilige Bibeltext, eine Kerze, viel mehr braucht es nicht für das tägliche Gebet in der Stille . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

Exerzitien unter Corona - Bedingungen

 

Täglich eine persönliche Zeit der Stille, an einem Platz in den eigenen vier Wänden oder an einem stillen Ort irgendwo in der Natur. Zeit r ein kontemplatives Gebet, auch Herzensgebet genannt, und die Beschäftigung mit einem Bibeltext. Das ist Inhalt der Exerzitien, die nun zum zweiten Mal von der Evangelischen     Kirchengemeinde Wattenscheid, gemeinsam mit der katholischen Nachbargemeinde St. Gertrud, angeboten werden.

 

Im vergangenen Jahr fanden sich dafür Menschen im Alter von Mitte vierzig bis Anfang achtzig zusammen. Jede und Jeder für sich, aber auch im intensiven Austausch mit Gleichgesinnten. Mit Beginn der Passionszeit finden sich auch in diesem Jahr wieder Interessierte, die besondere spirituelle Wege und einen neuen Zugang zum eigenen Glauben suchen. Und sich mit den Anderen auch in diesem Jahr überwiegend online oder per Telefon austauschen und über die jeweiligen Bibeltexte miteinander diskutieren. Begleitung digital oder telefonisch

So etwas mach ich sonst nie, doch es tut gut zu wissen, der oder die macht da auch mit. / Wenn ich in meiner    Meditationsecke sitze, weiß ich, dass die anderen dann auch grad bei sich dort sitzen. Solche Äußerungen haben Pfarrer Dr. Uwe Gerstenkorn und sein katholischer Kollege der Nachbargemeinde, Ralf Tietmeyer, von so manchem Teilnehmer im letzten Jahr gehört.

 

Neben der täglichen persönlichen Auszeit und der Vertiefung in die angebotenen Bibeltexte gibt es für alle auch eine regelmäßige telefonische oder digitale Begleitung. Zu diesem Team gehören zudem Pfarrerin i.R. Dora Maria Teidelt und Klinikseelsorger Thomas Jarck. Einmal pro Woche oder alle vierzehn Tage nimmt einer der Geistlichen Kontakt zu einem oder einer aus dem Teilnehmerkreis auf. Wir telefonieren oder verabreden uns online für diesen Austausch, so Uwe Gerstenkorn. Manchmal stehen mehr praktische Fragen zu den Meditationen an, manchmal diskutieren wir über den Inhalt der Bibeltexte oder es geht einfach um persönliche Lebensfragen." Bibeltexte geben Zuversicht im Glauben“.

 

Auch Martin und Birgit Büter machen bei diesem ökumenischen Projekt mit. Ökumenisch geht es bei den beiden auch zuhause zu: Martin ist katholisch, Birgit evangelisch. Ihre Auszeiten nehmen sie sich jeweils allein. Ich habe dafür keine festgelegte Zeit. Ich kann mich sogar beim Kartoffel schälen innerlich zurückziehen, oder abends im Bett. Ich denke auch beim Bügeln schon mal über Bibeltexte nach, stellt Birgit Büter fest. Anders als Ehemann Martin, seit einem Jahr im Ruhestand und nach wie vor an feste Zeiten und Abläufe gewöhnt: Ich gehe jeden 2. Tag in die Stille, immer zu einer festen Zeit.Das Herzensgebet begleitet ihn immer dabei, sagt der 67-Jährige, es bringe ihn aus der Unruhe des Tages in die Stille hinein. Es ist stets der Einstieg, danach wandern dann die Gedanken. Doch das Herzensgebet zieht mich in den Ursprungsgedanken zurück.“ Auch für Birgit Büter haben der Rückzug und die Kontemplation einen wichtigen Stellenwert in ihrem Leben: Das Herzensgebet gibt mir Halt und die Auseinandersetzung mit den Bibeltexten Zuversicht im Glauben!

Einmal pro Woche wird allen Teilnehmenden der jeweilige Predigttext der Woche zugesandt. Dann kann sich jede und jeder intensiv mit diesem Text auseinandersetzen. Zusätzlich gibt es zu Beginn der Exerzitien eine genaue Anleitung zum Herzensgebet.

Als ein ökumenisches Projekt starteten die Exerzitien im letzten Jahr und die Nachfrage war überraschend groß. Im strengen Lockdown meldeten sich 19 Teilnehmer*innen für das Angebot. Für viele war es eine heilsame Auszeit in dieser Krisenzeit., stellt Gers tenkorn fest. Die Resonanz war so gut, dass das Angebot bis Pfingsten weitergeführt wurde.

 

Wer sich angemeldet hat, nimmt sich jeden Tag eine Zeit für Stille und irgendwann in der Woche eine Zeit zur Beschäftigung mit dem zugesandten Bibeltext. Darüber hinaus wird ein Gespräch zur geistlichen Begleitung verabredet. Im letzten Durchgang haben es alle als eine intensive Gemeinschaft erlebt, obwohl man nicht direkt, sondern nur über Telefon oder Internet zusammenkommen konnte, resümiert Pfarrer Gerstenkorn und ist schon gespannt, wer wohl in diesem Jahr wieder mit dabei sein wird. Diesmal soll es einen gemeinsamen Auftakt geben. Per Zoom wollen wir am Aschermittwoch starten und dabei sollen sich die Teilnehmenden auch sehen und miteinander schon mal austauschen können. Martin und Birgit Büter wollen ganz sicher auch wieder dabei sein. 

 

Quelle: Unsere Kirche (UK), Ausgabe Ruhrgebiet an Emscher und Lippe, 7/2021